Von manuell erstellten Papierkatalogen zum Serviceportal

Dank der Software-Lösung für elektronische Ersatzteilkataloge CATALOGcreator® bietet der Anlagenbauer KORSCH, der Tablettenpressen für ein weltweites Kundennetzwerk herstellt, seinen Kunden optimale Suchfunktionen für Ersatz-, Verschleiß- und produktberührende Bauteile im neuen digitalen 2D-Katalog.

Unternehmen

Die in 1919 gegründete Firma KORSCH AG entwickelt und produziert Tablettenpressen sowie Systeme zur Tablettenprüfung und -analyse. Mit KORSCH-Maschinen lassen sich ganz unterschiedliche Tabletten herstellen – von pharmazeutischen Tabletten und Brausetabletten über Geschirrspül- und Waschmitteltabletten, Salz-, Chlor- und Düngetabletten, Alkali-, Lithium- und Silberoxidtabletten bis hin zu Zucker-, Kräuter- und Pfefferminztabletten. Der Anlagenbauer hat seinen Hauptsitz in Berlin und beliefert ein weltweites Kundennetzwerk.

Ausgangssituation                                               

Bei KORSCH gab es bis dato keine Lösung für einen elektronischen Katalog im Service. Die manuelle Erstellung der Ersatzteilkataloge erzeugte viel Aufwand. Lediglich ein Word-Makro, das Daten aus dem ERP importieren konnte, unterstützte den Prozess. Mit dem Makro ließen sich Teilelisten generieren, die den Stücklistenaufbau aus dem ERP übernahmen und so die Basis für den Teilekatalog darstellten. Alle zugehörigen Zeichnungen mussten anschließend mühsam heraus gesucht werden, um sie dann manuell im Teilekatalog zuzuordnen. Die so entstandenen PDF-Vorlagen dienten als Grundlage für den Papierkatalog. Da die Teilekataloge nur in DIN A4 bzw. DIN A3 gedruckt wurden, verursachten Zeichnungen, die im Original auf DIN A 1-Format vorhanden waren, oft Probleme. Die Zeichnung wurde im Papierkatalog sehr klein und die einzelnen Teile meist so schlecht zu erkennen. Zudem erstellte KORSCH DVDs, auf die die einzelnen PDF-Dateien gebrannt wurden.

Anforderungen                                                       

Die Hauptanforderungen von KORSCH waren: Weg vom manuellen Aufwand und hin zu einem elektronischen Ersatzteilkatalog mit grafischer Navigation und optimalen Suchfunktionen für die Kunden. Papierkataloge sollten zukünftig ganz wegfallen und konsequent mit PDF-Dateien ersetzt werden. Besonders wichtig war dem Unternehmen, dass die Kunden bequem ihre benötigten Teile suchen, sowie selbst Sortierungen innerhalb des Kataloges vornehmen können. Denn die aus den Word-Dokumenten generierten PDF-Dateien oder der Ausdruck boten nur eingeschränkte Suchmöglichkeiten. Nach einem Auswahlprozess fiel die Entscheidung, das Projekt mit der TID Informatik GmbH umzusetzen. Die Software-Lösung für elektronische Ersatzeilkataloge CATALOGcreator® brachte alle Voraussetzungen mit, um einen modernen und bedienerfreundlichen Katalog aufzubauen, der auch vielfältige weitere Optionen bot, die KORSCH zu Gute kamen wie die Einbindung von Betriebs-und Steuerungsanleitungen.

Lösung

Eine wichtige Funktion des elektronischen Katalogs war für den Anlagenbauer die Möglichkeit der grafischen Navigation. Dank der Hotspots, die automatisch in der Software gesetzt werden und so die Verknüpfung von Stückliste und Zeichnung darstellen, lassen sich Suchanfragen sehr einfach gestalten. Heute produziert KORSCH mit Hilfe des CATALOGcreator® gleich drei Arten von Teilekatalogen aus einer zentralen Quelle. Der Hauptfokus liegt auf dem klassischen Ersatzteilkatalog. Alle Merkmale zu den Teilen stammen aus Microsoft Dynamics NAV, dem ERP System von KORSCH, und werden der Katalog-Software neben weiteren Informationen zu den Teilen teilautomatisch übergeben. Quasi als Nebenprodukt entsteht eine weitere Katalogvariante, die für KORSCH-Kunden wichtig ist: Die Suche nach produktberührenden Bauteilen. Produktberührende Bauteile sind eine Untergruppe aller Bauteile. So besteht beispielsweise ein Füllschuh aus ca. 50 Bauteilen, von denen aber nur ein bestimmter Anteil mit dem Produkt in Berührung kommt. Die dritte Katalogvariante ist ein eigener Verschleißteil-Katalog. Auch hier entscheidet das Merkmal aus dem ERP über die Abbildung des Teils im Katalog. Der Leiter Entwicklung Ingo Klaer resümiert: „Es hat Spaß gemacht, zu sehen, welche Möglichkeiten die Software CATALOGcreator® uns bietet. Zu den ursprünglichen Anforderungen sind im Laufe des Projektes immer wieder neue Ideen hinzugekommen, die wir dank der Flexibilität der Software auch so umsetzen konnten.“

Der Prozess der Katalogerstellung läuft heute teilautomatisch ab. Die Zeichnungen für den Katalog stammen aus dem CAD-System Siemens NX und werden über einen automatisierten Prozess aus der PLM-Software Teamcenter in den elektronischen Katalog eingelesen. Der Datenimport aus dem ERP in den Katalog erfolgt über ein CSV–Format. Aktuell nutzt KORSCH für seine Kunden den 2D-Katalog mit 2D-Baugruppenzeichnungen als PDF-Variante. Der Offline-Katalog inklusive Browser ist auf einem UBS-Stick mit Firmenlogo verfügbar und benötigt keine lokale Installation. Dies garantiert schnelle Ladezeiten der Kataloge sowie der PDF-Dokumente.

Erfahrungen und Ausblick

„Der CATALOGcreator® bietet viel mehr als ein reiner Ersatzteilkatalog. Wir nutzen die Software, um ganz verschiedene Informationen an einer zentralen Stelle abzurufen: Betriebs- und Steuerungsanleitungen, Zuliefer-Dokumentationen, Wartungs- und Einbauanleitungen sowie Informationen zu den Teileeigenschaften wie das verwendete Material lassen sich über die Teilesuche sehr bequem finden. Dieses „Serviceportal“ ist ein deutlicher Mehrwert für die Nutzer des Katalogs und bringt uns intern wie extern großes Lob ein“, freut sich Ingo Klaer. Intern nutzt KORSCH übrigens schon den Katalog als Webvariante.

Die nächsten Projektschritte stehen bereits fest: Statt der Teilekataloge, die jetzt eine Sammlung von Baugruppen sind, möchte der Anlagenbauer zukünftig die Navigation über die gesamte Anlage möglich machen. Die 2D-Baugruppenzeichnungen sollen durch 3D-Modelle ergänzt werden, in die gezoomt werden kann und die sich am Bildschirm drehen lassen. Auch ein Webshop steht auf der Liste der zukünftigen Projekte. So sollen die Kunden jederzeit online Zugriff auf ihre spezifischen Anlagen erhalten und zusätzlich individuelle Preise sowie Verfügbarkeiten direkt abrufen können.

Fazit

„Für KORSCH war der Schritt vom Papierkatalog zu einer digitalen Lösung ein großer Schritt in Richtung moderner Service. Wir nutzen den CATALOGcreator® als Container für alle Informationen zu den Teilen. Die gesteckten Ziele für dieses Projekt haben wir mit der TID erreicht – sogar weit mehr, als wir ursprünglich vorhatten. Wir freuen uns auf die weitere fruchtbare Zusammenarbeit“, fasst der Leiter Entwicklung von KORSCH den Projektverlauf zusammen.

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