Info- und Serviceportal mit 3D-Daten

Der Sondermaschinenbauer Komptech mit Hauptsitz im österreichischen Frohnleiten setzt auf elektronische 3D-Ersatzteilkataloge im Service. Zusätzlich generiert das Unternehmen weiteren Nutzen mit den 3D-Katalogen für die internen Abläufe: Montage und Produktion profitieren vom CATALOGcreator® als zentralem Info-Portal für die Maschinen.

Rendering_X45Unternehmen

Die Komptech GmbH ist ein führender internationaler Technologieanbieter von Maschinen und Systemen für die mechanische und mechanisch-biologische Behandlung fester Abfälle und für die Aufbereitung holziger Biomasse als erneuerbarer Energieträger. Produziert wird am Hauptstandort in Österreich sowie in Deutschland und Slowenien. Die Komptech-Gruppe betreut gemeinsam mit ihren weltweiten Vertriebspartnern heute mehr als 3.000 Kunden in knapp 60 Ländern.

Die Produktpalette des 1992 gegründeten Unternehmens umfasst mehr als 30 unterschiedliche Maschinentypen, die die wesentlichen Verfahrensschritte moderner Abfallbehandlung – Zerkleinerung, Trennung/Separation und biologische Behandlung – abdecken.

Ausgangssituation

Der Aufwand für die Erstellung von Ersatzteillisten war bei Komptech früher relativ hoch: Nach dem Export der Stücklisten aus dem ERP-System musste man alle Explosionszeichnungen zu den Produkten händisch erstellen. Dieser Prozess beanspruchte etwa zehn Wochen pro Motor. Bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Ersatzteillisten kam es nicht selten vor, dass diese teilweise schon nicht mehr den aktuellen Stand widerspiegelten. Auch die laufende Pflege der Ersatzteillisten gestaltete sich sehr mühsam.

Insgesamt gab es für fünf verschiedene Motorentypen Ersatzteilkataloge. Die PDF-Ersatzteilkataloge enthielten die Maximalstücklisten und bildeten nicht die jeweiligen Maschinenvarianten ab, die der Kunde vor Ort im Einsatz hat. Fehlbestellungen bei den Ersatzteilen waren deshalb an der Tagesordnung.

Anforderungen                                                         

„Wir suchten nach einer elektronischen Ersatzteilkatalog-Software, die die Erstellung von Ersatzteilkatalogen weitgehend automatisiert und so stets aktuelle Daten liefert.  Weitere Auswahlkriterien waren die Einbindung von Montageanleitungen sowie Hydraulik- und Schaltplänen in den elektronischen Ersatzteilkatalog“, erklärt Stefan Gruber-Barowitsch, Leiter der Technischen Dokumentation bei Komptech.

Im fortgeschrittenen Auswahlprozess war die Software CATALOGcreator® unter den beiden letzten Optionen. Stefan Gruber-Barowitsch begründet die Entscheidung für diese Software so: „Der andere Anbieter stellte uns lediglich in Aussicht, dass einige für uns wichtige Features bereits in der Entwicklung seien, während beim CATALOGcreator® alle unsere „Must-Haves“ bereits im Standard umgesetzt und voll funktionsfähig waren. Es beeindruckte uns sehr, dass wir bereits in den Entscheidungsphasen einen Demokatalog mit unseren eigenen Daten testen konnten. Besonders gut hat uns auch von Anfang an die Möglichkeit gefallen, Montageanleitungen mit dem XVL-Studio in 3D zu erstellen und in den Katalog zu integrieren.“                          

Screenshot_1_komptechLösung

In 2013 führte Komptech SAP als neue ERP-Software ein. Im Zuge dieser Einführung wurde auch das Projekt mit dem CATALOGcreator® mit aufgesetzt. Die Software für elektronische Ersatzteilkataloge nutzt die Stücklisten und Informationen aus dem ERP sowie die Zeichnungsdaten aus der Konstruktion, um diese Informationen im Katalog zusammenzuführen und in verschiedenen Medien zu publizieren.

Komptech importiert für die Offline-Kundenkataloge 3D-Daten direkt aus der Konstruktion. Die Software generiert aus diesen komprimierten 3D-Modellen vollautomatisch erzeugte 2D-Explosionszeichnungen als zusätzliche Ansichtsmöglichkeit im Katalog.

Mit der Maschine bekommt der Kunde einen USB-Stick mit dem Offline-Katalog des CATALOGcreator® ausgeliefert und kann dann auf alle Informationen des Ersatzteilkatalogs zugreifen. Neben der reinen Ersatzteilsuche und Teile-Identifizierung sind im Katalog weitere wichtige Informationen wie Montageanleitungen und Schaltpläne bei den Ersatzteilen hinterlegt.

Screenshot_2_komptechDa manche Kunden aber zusätzlich immer noch einen reinen 2D-Katalog als PDF-Version von hoher Zeichnungsqualität wünschen, lässt Komptech auch heute noch einige händische Zeichnungen in 2D für diese Dokumentationen erstellen. Dieser Aufwand ist aber verschwindend gering gegenüber dem ursprünglichen Stand vor Einführung der elektronischen Ersatzteilkatalog-Software und eine Besonderheit dieses Projekts.

Nicht nur die Kunden profitierten von der neuen Lösung, sondern auch bei Komptech selbst ließen sich wichtige interne Prozesse optimieren: Jeder PC-Arbeitsplatz in der Montage und Produktion hat Zugriff auf den elektronischen Katalog. Die Monteure prüfen und kontrollieren anhand des 3D-Modells die Maschinen. Sie verfügen direkt an der Maschine so über alle Informationen zu Teilen, den Elektrik-Schaltplänen und zur Einbausituation.

Mit Hilfe der 3D-Ersatzteilkataloge lassen sich auch fehlende Teile in der Montage sehr leicht identifizieren. Rückfragen aus den internen Abteilungen in der Konstruktion, die früher an der Tagesordnung waren und viel Zeit kosteten, sind damit hinfällig geworden. Die Informationen über fehlende Teile, welche jetzt zentral in den Abteilungen gesammelt werden, liefern zudem wichtige Kennzahlen zur Analyse und Qualitätssicherung.

Erfahrungen und Ausblick

„Der CATALOGcreator® wird bei Komptech als Info- und Serviceportal genutzt. Denn dort pflegen wir zentral alle Informationen rund um unsere Maschinen. Was ursprünglich als Nutzen für unsere Kunden gedacht war, lässt sich mittlerweile auch intern nicht mehr wegdenken. Die Software-Lösung ist ein Tool, mit dem alle gerne arbeiten, und das unsere Arbeitsabläufe ständig verbessert“, erläutert Stefan Gruber-Barowitsch.

Im Sommer 2016 beginnt das Upgrade auf die neue Version des CATALOGcreator®. Es ist geplant, dass anschließend auch rollenbasiert Daten aus dem SAP den internen Anwendern zur Verfügung stehen. Ziel ist es, so die weiter wachsenden Informationen rund um die Maschinen anwenderspezifisch zu optimieren.

Des Weiteren ist in Diskussion, statt PDF-Dokumenten, die in den Katalog eingebunden sind, Inhalte direkt aus dem XML-Redaktions- und Content Management System SCHEMA ST4 in die mobile Anwendung einzubinden. Die heute oft sehr großen PDF-Dateien sollen dann durch eine Taxonomie auf Baugruppenebene ersetzt werden und erfüllen so die Maßgabe einer rein stücklistenbasierten Dokumentation.

Der jeweilige Content wird dann nur noch angezeigt, wenn die Baugruppe auch tatsächlich bei der Maschine des Kunden verbaut ist. Diese HTML5-Seiten mit spezifischen Informationen und Vektorgrafiken im SVG-Format bieten den Vorteil von wesentlich kürzeren Ladezeiten als für die Gesamtdokumentation als PDF-Datei benötigt wird. Solche webaffinen Ausgabeformate sind für den Einsatz und die Akzeptanz von mobilen Apps und Anwendungen eine wichtige Voraussetzung.

Fazit

Stefan Gruber-Barowitsch fasst die Zusammenarbeit mit der TID Informatik zusammen: „Uns gefällt die „Nichts-ist-unmöglich“-Mentalität des TID-Teams. Dieses lösungsorientierte Denken zeichnet TID einfach aus. Es macht viel Spaß, mit einer so innovativen Firma zu arbeiten. TID ist eine „Kunden-Ideenfabrik“, die mit uns im Projekt immer wieder neue Ansätze entwickelt und umsetzt. Wir haben noch Einiges zusammen vor.“

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